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Information über die Dörfer
im Gebiet   Dolní Lukavice

 

Ein ausgedehntes Dorf im Tal beim Fluss Úhlava ca 3 km nördlich von Přeštice entfernt.

 

Lukavice ist erstmals zum Jahre 1216 erwähnt, wenn besass das Dorf Štěpán, im Jahre 1243 und 1245 Brüder Bohuchval und Vitl, der Name Vitl ist auch in den Nachrichten von 14. Jh zu finden. In Lukavice siedelte sein Bruder Wilman, dessen Witwe Zdeňka ernannte Vitl 1366 zum neuen Pfarrer in Lukavice. 1379 ist Vojslav Besitzer von Lukavice und ein gewisser Otík hatte hier eine Halfhufe. Für diesen Zeitraum Meist von Quellen betrifft hiesige Kirche und Besetzung der Pfarre. 1423 war auf der Feste Jan von Talmberk ansässig, Patron der Kirche war jedoch zu dieser Zeit Štěpán von Lukavice. 

Gemäss der Schriftrolle der Grundbesitz gehörte 1654 zu Otto Jiří von Helverssen und im Dorf wirtschaftlichten 7 Bauern und 6 Kleinbauern und auch ein Jude lebte hier. Gemäss dem Theresianischen Kataster waren hier ein hundert Jahre später 23 Haushälter, eine Herrenmühle mit 3 Räder und Stampfe und 4 Juden (ein Schneider, ein Hausierer, Händler mit Federn, Leinwand und Tabak), Untertanen klagten sich bei Kommissaren über übermässige Robotbelastung. Das war schon unter Haltung des Dorfes von František Graf  Morzin, der hier ein ausgedehntes Barockschloss als der Hauptsitz sich verbreitender Herrschaft aufbauen liess. 1780 verkaufte Karel Josef, Graf von Morzín die ganze Herrschaft    dem Grafen Karel Bedřich von Hatzfeld, damals Staatsinnenminister. In den Jahren 1758 - 1760 war der berühmter Komponist Josef Haydn der Schlosskapellmeister. Nach 14 Jahren wurde das Schloss von Hugo Damián, Graf von Schönborn gekauft, der aus der Herrschaft 1811 ein Fedeikommiss beschaffen hatte. Sein Nachfolger Bedřich Karel hatte 1818 noch Llužany Besitz zugekauft. Der letzte Feudalbesitzer war Ervín von Schönborn, der 1881 gestorben ist. Seine Nachkommen hielten den Besitz bis 1945.  

 

1900 waren hier 122 Häuser, 866 Einwohner und eine Brauerei, in Háje wurde Malererde gefördert. Der Grundbesitz wurde nach Bodenreform als Staatskonfiskat abgekauft, dann nach Verstaatlichung war hier in den Jahren 1955 - 1962 eine psychiatrische Heilanstalt. Seit 1991 her ist das Schloss im Besitz des Dorfs und ungeachtet des verlaufenden allgemeinen Umbaus finden hier alljährlich Haydns Festtage statt. Nach letzten Angaben gibt es in Dolní Lukavice 168 Häuser und 457 Einwohner. Es gibt hier auch Gemeindebehörde, Pfarre, Schule, Postamt, Wirthaus, ein Paar Läden, eine Landwirtsgenossenschaft. Einem grossen Dorfplatz dominiert eine Kirche, auf der Südseite dann Schlossgelände, Bebauung besteht aus bisher charakteristischen klassizistischen Landgütern, die besonders den Strassen nach Horní Lukavice ein anziehendes Gepräge beschaffen. Neuere Häuser sind meistens an Rändern, vor allem in Richtung Přeštice vor dem Bauernhof erbaut.

 

Vor dem Schloss in Richtung zum Dorfplatz gibt es einen Bauernhof- und Brauereikomplex mit den Gebäuden der Barockherkunft, die gleichzeitig mit dem Schlossbau gelöst werden. Der zweite Bauernhof wurde am Dorfrand beim Weg nach Přeštice gegründet. Auf dem gegenüberliegenden Norddorfsrand steht ein grosser Kontributionsbarockspeicher.


Das Schloss ist ein in zwei Stufen vom Architekten Jakubem Augustonem Jr. Barockbau, Zentralteil wurde 1708 und die Seitenflügel nach 1724 beendet. Der Schlosszentralteil mit kuppelförmigem Dach enthält im Erdgeschoss eine durchfahrbare gewölbte Halle, ein Zentralhauptportal. Im Stock gibt es eine Haupthalle, zusammen mit den Nebenzimmern, einen best erhaltenen Schlossraum. Die mit der Freske František Julius Luxes verzierte Schlosskapelle des St.-Johann von Nepomuks im Nordflügel wurde 1730 eingeweiht. Hochwertig ist ein Altar mit Statuen Lazar Widmanns. Der ausgedehnte Schlosspark im französischen Stil wurde von Jan Ferdinand Schor gegründet und einst reiche Statuenverzierung wurde von Ondřej Filip Quintainer gesichert, heutige Form kommt von der im 19. Jh realisierten Naturlandschaftsgestaltung her.


Im Dorf, entgegen dem Haus Nr.82, gibt es zwei Höchstbarock-St.-Johann von Nepomuk- Statuen vom Jahre 1714, und Volksbarockstatuen vom Jahre 1807 auf einem hohen Sockel bei der Brücke. Auf dem Nordrand ist im Abhang ein, angeblich aus dem 15. Jh. her kommendes, gut erhaltenes altes Judenfriedhof angebracht, mit den Grabsteinen vom 18. Jh an. Im Dorf lebte vom 17. Jh. eine grosse Judengemeinde, die meist rund 1837 angewachsen war, 240 Personen stellten ein Viertel aller Einwohner dar. Die Synagoge von der Hälfte des    19. Jhs wurde zum Wohnhaus, heute Nr. 93 umgebaut. Hinter dem Friedhof steht eine altertümliche kleine Blockhütte. Ca. 1,5 km nordwestlich gibt es eine bewaldete Anhöhe mit einer Naturreservation Zlín, die Mischwald mit thermophiler Flora schützt.